Lehrstuhlprofil

Der Lehrstuhl widmet sich in Forschung und Lehre dem öffentlichen Recht in seiner gesamten Breite. Schwerpunkte liegen auf dem Staats- und Verfassungsrecht mitsamt seinen europarechtlichen Bezügen, auf dem Verfassungsprozessrecht, auf der Verfassungstheorie sowie auf dem Allgemeinen Verwaltungs- und Verwaltungsprozessrecht. Ein besonderes Augenmerk gilt aktuellen grundrechtlichen und staatsorganisationsrechtlichen Fragestellungen. Ergänzend steht zudem das Verfassungsrecht des Freistaates Sachsen im Fokus.

Neben aktuellen Forschungsfragen widmet sich der Lehrstuhl auch staatstheoretischen und staatsrechtlichen Grundsatzthemen. Ein besonderes Interesse gilt der kritischen Reflexion über geschichtliche und kulturelle Entstehungsbedingungen sowie über soziokulturelle Gelingensbedingungen moderner Verfassungsstaatlichkeit. Das verlangt nicht nur historische Vergewisserung und zukunftsbezogene Versicherung, sondern wirft auch die Frage nach der Stabilisierung der grundgesetzlichen Ordnung im Horizont gesellschaftlicher Pluralisierung auf. Der Lehrstuhl setzt daher einen Akzent auf die Untersuchung des Prozesses der gesamtgesellschaftlichen Integration. In diesem Rahmen spürt er u.a. aus staatstheoretischer wie staatsrechtlicher Perspektive den Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Integrationsförderung nach. Im Einzelnen öffnet sich hier ein weites Forschungsspektrum, in dem in interdisziplinärer Offenheit auch aktuelle Herausforderungen analytisch in den Blick genommen werden und nach Lösungsansätzen gesucht wird. Dabei wird, wie auf anderen Themenfeldern auch, ein besonderes Gewicht auf die Verbindung von theoretischen Erkenntnissen und politischer bzw. staatlicher Praxis gelegt.

Dem Lehrstuhl angegliedert ist die Forschungsstelle "Recht und Religion". Sie dient der Erforschung des Kirchen- und des Staatskirchenrechts. Arbeitsschwerpunkte ihrer Forschungstätigkeit bilden zum einen die von den Kirchen und von sonstigen Religionsgemeinschaften mit Wirkung für ihre Mitglieder erlassenen Normen, wobei das Interesse hier insbesondere jenen Bestimmungen gilt, denen Aussagen für das Verhältnis der betreffenden Religionsgemeinschaft zum freiheitlichen Verfassungsstaat entnommen werden können. Zum anderen befasst sich die Forschungsstelle mit den staatlich erlassenen Regelungen, die im weitesten Sinne Fragen der Religionsfreiheit sowie die Stellung der Kirchen und aller übrigen Religionsgemeinschaften berühren. Einbezogen in die Forschungstätigkeit ist zudem das Recht der Staatskirchenverträge, also das Recht jener Verträge, die der Staat mit den Kirchen sowie sonstigen Religionsgemeinschaften abschließt. Über das nationale Recht hinaus werden schließlich auch die unions- und völkerrechtlichen Implikationen der Materie betrachtet. Zur Erfüllung ihres Auftrages kooperiert die Forschungsstelle international mit ausgewählten kirchen- und staatskirchenrechtlichen Lehrstühlen sowie mit sonstigen universitären Forschungseinrichtungen.

letzte Änderung: 05.09.2017